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Funker Vogt - Interview mit Jens

Sources : http://www.gothic-online.deLangue: German Date: 6/5/2007
 

 

Funker Vogt - Interview mit Jens

 

Datum: Sonntag, 06. Mai 2007
Thema: Interviews

 

Anlässlich des neuen Albums "Aviator" und der momentanen Tour von Funker Vogt, durften wir ein Interview mit Funker Vogt führen. Hier nun alle Neuigkeiten und Informationen, welche uns Jens verraten hat.

Steff (GO): Erst mal herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen neuen Album.
Jens (FV): (lacht) Danke.
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Steff (GO): Wie kam es zu dem Albumnamen "Aviator"?
Jens (FV): Es ist eigentlich eine logische Fortsetzung der letzten "Navigator". Die letzten Alben hatte alle eine Endung mit "or", also hat sich der Name einfach angeboten. Vom System her, oder die Beschreibugen oder übergeordnetes Konzept hat sich "Aviator" jetzt halt angeboten mal auf Flugzeuge zu gehen. Es gibt immer 1000 Vorschläge und es wird immer einer genommen, der dann am passensten erscheint.
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Steff (GO): Wie lange arbeitet ihr produktiv an neuem Material und wie sieht die Entstehung neuer Songs aus?
Jens (FV): Das hat sich in den letzten 12 Jahren ganz gut eingepegelt, das Gerrit im Studio erst mal anfängt irgendwelche Sachen zu machen, also ganz ganz grob, keine Songs, sondern nur kleinere Strukturen, dann wird irgendwann die Gesangsmelodie oder ein Text dafür ausgewählt, die dann in der Schublade schon gestapelt liegen, was könnte am besten dazu passen. Das ist immer Schritt für Schritt. Dann komm ich ins Studio, sing meine Parts erstmal ein, dann arbeitet Gerrit den Song weiter aus. Als nächstes bleibt der Song dann meistens über Wochen oder Monate liegen, außer es ist soviel Input bei Gerrit da, das er ihn gleich am Stück fertig macht. Das ist eigentlich bei jedem Song so, die Unterschiede liegen nur in der Zeitdauer.
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Steff (GO): Was hat es mit den Songs in Dolby 5.1 auf der Limited Edition auf sich? Wie kam es zu der Idee?
Jens (FV): Tja, auch Brainstorming, man muss irgendwas machen. Eine Limited Edition mit 2 exklusiven Songs oder so hat man jetzt 1000 mal gehabt. Und nen bisschen muss man sich ja dem Markt auch anpassen. Und wenn man irgendwas Limitiertes oder Exklusives verkaufen möchtest, dann muss man natürlich auch ein paar Ideen haben oder dem geneigten Fan/Höhrer/Käufer was bieten. Ich denke mal mit dieser Limitierten ist uns das ganz gut gelungen. Wenn ich teilweise andere Bands sehe, was die als Limited Edition bezeichnen, das konnte man vor 10 Jahren machen, aber heutzutage nicht mehr.
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Steff (GO): Ich hab gelesen, das ein neues Studio gebaut wird. Wollt ihr mehr Platz für Euch, für die Technik, beides vielleicht? Oder einfach mal einen Tapetenwechsel?
Jens (FV): Wir waren ja bis jetzt in Mieträumen drin. Allein von der Akustik ist da schon nicht soviel zu machen und es hat sich halt zum Glück die Möglichkeit ergeben auf nem eigenen Grundstück ein komplett eigenes Studio zu bauen. Das wird von der Bodenplatte aufwärts so wie wir das wollen. Da liegt jedes Kabel da wo es hinsoll und es soll dann auch dementsprechend modern sein, da es dann nur als Studio genutzt wird. Das geht los bei der Gesangskabine, und auch die Akustik ansonst muss Stimmen. Es fängt ja schon bei den entsprechenden Fenstern an und, und … . Das ist eine ganz wichtige Sache. Wobei man es auf der "Aviator" aber nicht hört, da es meiner Meinung nach sehr sehr gut produziert ist, aber es geht wahrscheinlich immer noch besser. Das ist für uns ein Schritt der für die ganze Sachen an sich förderlich ist, sich in Räumen zu bewegen, die einem selber gefallen, wo man einfach vernünftig arbeiten kann.
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Steff (GO): In den Texten eurer Songs spielt ja Krieg eigentlich schon immer eine zentrale Rolle.  Wieso habt ihr dieses Hauptthema gewählt?
Jens (FV): Drauf gekommen sind wir eigentlich nicht. Das hat sich mit der Zeit so entwickelt. Schaut man sich das erste Album an, da ist nicht ein Song über Krieg drauf, das ging erst mit dem zweiten Album los. Wenn man nun von 10 Songs 3 oder 4 über Krieg hat, ist das zwar ein prozentual hoher Anteil, aber nicht primär das Thema der Alben. Allein das Wort Krieg kommt ja so oft nun auch nicht vor.  
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Steff (GO): Wie stehst Du persönlich zu diesem Thema? Wie siehst Du die aktuelle Situation in der Welt?
Jens (FV): Positiv kann man da ja nicht zu stehe, aber das beschreiben wir ja im Prinzip in dem Album "Aviator" auch, dass du ein ganz kleines Rädchen bist und nichts machen kannst. Du kannst dich hinstellen, kannst dich selber verbrennen, kannst demonstrieren und machen, aber am Ende interessiert es doch keine Sau. Zu dem Weltgeschehen sollte man, wie wir auch, eine eigene Meinung dazu haben, aber du kannst nichts machen. Das hat mit Resignation nichts zu tun, sondern einfach mit dem objektiven betrachten der ganzen Situation.
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Steff (GO): Ihr macht ja nun schon seit 1995 zusammen Musik. Wie sieht es nach so einer langen Zusammenarbeit mit internen Streitigkeiten aus? Kommt so was mal vor?
Jens (FV): Ok, 1995 angefangen, 1996 kam das erste Album. Das hat man logischerweise immer, dass es irgendwo mal einen Disput gibt, aber in den letzten Jahren ist es sehr sehr ruhig geworden seit es wirklich diese strikte Arbeitsteilung insgesamt gibt. Wir als Musiker bis zum Management. Jeder weiß was sein Job ist und was er zu machen hat und zu anderen Sachen hat er am besten nichts zu sagen. Das ist sehr positiv so wie es läuft. Meinungsverschiedenheiten gibt es ganz klar auch mal welche, allerdings geht es dann nicht um Musik, da sind wir uns alle immer einig gewesen. Da sollte man dann aber auch über alles diskutieren, wenn einem irgendwas nicht gefällt dann muss er das sagen, ist doch ganz klar. Aber persönliche Streitereien gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Dafür hängen wir auch zu wenig zusammen. Wir machen zusammen Musik, früher haben wir zusammen Fußball gespielt, wir haben zusammen gefeiert. Mittlerweile, in dem Alter in dem wir uns befinden, hat man auch mal andere Interessen. Familie ganz klar und sonst was und dann geht man sich soweit aus dem Weg, dass es gar nicht zu Konfrontationen kommt.  
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Steff (GO): Wie sieht denn euer Familienleben aus, wenn ihr soviel Zeit mit der Musik verbringt?
Jens (FV): Das hält sich auch Grenzen. Diese paar Tage mal auf Tour oder im Ausland. Das ist ja nicht so extrem. Dafür sind wir ja im Prinzip in der Woche zuhause, wo jeder andere seinem Job 5-6 Tage nachgeht. Die Zeit haben wir dann für die Familie. Ich kann meinen Sohn z.B. morgens in den Kindergarten bringen. Ich bin da für ihn. Und wenn ich dann nachts um 12 im Studio steh interessiert es eh keine Sau. Das stört das Familienleben ja nicht.
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Steff (GO): Könnt ihr von der Musik leben, oder geht ihr auch regulären Jobs nach, also von Montag bis Freitag morgens aufstehen und zur Arbeit gehen?
Jens (FV): Also von der Musik leben ist schon sehr schwer. Entweder man hat den Background dahinter – obs reiche Eltern sind, ne gute Erbschaft oder weiß der Geier was – vielleicht auch ne Bank überfallen, das weiß ich bei einigen nicht, aber es funktioniert. Ich denke aber das man sich  für die Zukunft auch andere Möglichkeiten offen hält und Ziele setzt, da man ja nicht bis 80 Musik machen kann.
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Steff (GO): Ist es bei euch schon mal vorgekommen, dass ihr keine Ideen für neue Songs mehr hattet?
Jens (FV): Das kommt mit Sicherheit vor. Deshalb macht man halt irgendwann mal Pause oder es wird irgendwo an einem Nebenprojekt wieder was gemacht. Also das kann schon mal vorkommen. Ständig neue Songs schreiben über 365 Tage würde auch nicht funktionieren. Die wären dann alle irgendwo flach. Du brauchst eine gewisse Auszeit oder Abwechslung um wieder auf neue Ideen zu kommen oder was umzusetzen.
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Steff (GO): Gibt es noch etwas was Du unseren Lesern mit auf den Weg geben willst?
Jens (FV): Keine Ahnung, das muss jeder für sich wissen. Die sollen alle gesund bleiben, das ist wichtig.

 

Quelle: www.gothic-online.de

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