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Interview

Ursprünglich URL: http://www.medienkonverter.deSprache: German Datum: 08.12.2006
 


Nach ihrem grandiosen Auftritt auf der Hauptbühne am Samstag nachmittag und 10 Jahren Erfolgsgeschichte war es wieder an der Zeit, bei Funker Vogt nachzuhaken. Sänger Jens Kästel nahm sich die Zeit und sorgte für so manche „Ahs“ und „Ohs“ bei uns während des Gespräches. Doch mehr wollen wir noch nicht verraten. Den ersten Teil des langen, aber aufschlussreichen und mitunter recht spaßigen Gespräches lest Ihr hier. Den zweiten und letzten Teil des Interviews werden wir Ende nächster Woche veröffentlichen.

 

Medienkonverter:
Hallo Jens! Vielen Dank, dass dir die Zeit fürs Interview nimmst. Wir haben vorher euren Auftritt gesehen und in der ersten Reihe mit der begeisterten Menge mitgefeiert! Euer Auftritt war absolut klasse, ganz großes Kompliment. Wie war das für euch auf der Bühne, wie habt Ihr euch gefühlt?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja wie immer, gut! Ist ja egal, ob du da vor 20.000 Leuten stehst oder vor 200. Das ist total egal, Hauptsache es macht Spaß!

 

Medienkonverter:
Habt ihr denn eure Auftritte mal mitgezählt? Wisst ihr, der wievielte das heute war?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Wenn wir so zehn im Jahr haben, werden es so an die 100 gewesen sein. Mehr ist das nicht. 100 bis 150 Auftritte, viel mehr werden das nicht gewesen sein.

 

Medienkonverter:
Ihr wohnt privat ja mehr oder weniger fast „ums Eck“ von Hildesheim und damit vom M’era Luna und seid hier inzwischen Stammgast. Was bedeutet euch denn das M’era Luna? Hat das euch bei eurer Karriere, bei eurem Weg nach oben auch geholfen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, das ist natürlich ein Festival, das uns begleitet hat. Wenn wir jetzt das fünfte Mal hier sind, waren wir vor 10 Jahren das erste Mal da, oder vor 9 Jahren, keine Ahnung. Ich glaube, wir haben zweimal in der Halle gespielt und dreimal draußen. Das hat uns natürlich begleitet. Das Festival ist immer größer geworden. Inzwischen kommen an die 20.000 Leute. Jetzt kannst du inzwischen auch sagen, je später du spielst, umso besser wird es. Im Endeffekt siehst du jedes Jahr wieder, egal ob du um 14 Uhr spielst, um 20 Uhr oder um 22 Uhr, das ist völlig egal, dass die Leute da sind und feiern und das ist was uns freut!

 

Medienkonverter:
Ja, bei eurem Konzert waren wirklich extrem viele Leute da. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich euch vor etlichen Jahren in München zusammen mit Klirrfaktor im Club Feierwerk gesehen habe, wie klein das Ganze da noch alles war, da ist das heute wirklich überwältigend gewesen. Was ist euch denn da eigentlich lieber? Spielt ihr lieber auf großen Festivals, in großen Hallen oder mögt ihr die kleinen Club-Auftritte, wenn es die überhaupt noch gibt, noch lieber?

Funker Vogt (Jens Kästel)
Da gibt es überall Pro und Contra. Wenn du ein so großes Festival wie hier hast und vor so vielen Leuten eine dreiviertel Stunde spielst, dann ist das natürlich optimal. Da kannst du eine dreiviertel Stunde Feuer geben und fertig. Es ist relativ einfach und es macht natürlich Spaß, die Massen zu sehen. Aber ein Clubkonzert, wo du dir erst mal nicht sicher sein kannst, was passiert, ist schon auch klasse. Wenn dann die Stimmung richtig gut wird, macht das umso mehr Spaß, ganz klar.

 

Medienkonverter:
Wir haben heute schon seit 11 Uhr mehrere Bands gesehen, da war die Stimmung meist ganz gut, aber doch eher etwas verhalten. Dann seid ihr aufgetreten und der Teufel war los.

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Bis Nitzer Ebb wird da auch nicht mehr passieren! Und das ist genau das, was ich meinte: Egal wann wir spielen, das wird immer gut! Die Krupps waren zwar klasse, aber da ist halt auch so ein Gitarrengeschrammel dabei, das mag man oder man mag es nicht.

 

Medienkonverter:
Ihr seid nicht auf dem WGT gewesen. Ich weiß, dass ihr in den Monaten zuvor mit der Orkus Club Tour unterwegs wart, da habe ich euch auch in München gesehen. Doch warum seid ihr zu eurem 10jährigen Jubiläum nicht in Leipzig gewesen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Da musst du die Veranstalter des WGT fragen!

 

Medienkonverter:
Haben die euch nicht gefragt?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein, die wollten uns dieses Jahr nicht. Es ist ja eigentlich immer ein Wechsel: Wir spielen alle zwei Jahre auf dem M’era Luna, und die anderen Jahre immer auf dem WGT. Dieses Jahr wollten die uns nicht. Und das kann nicht an der Kohle liegen. Also ich denke, das hat irgendwo persönliche Gründe. Warum auch immer, mir ist das egal. Wenn sie uns nicht wollen oder brauchen, ist das doch auch in Ordnung.

 

Medienkonverter:
Ihr seid ja jetzt auf dem M’era Luna aufgetreten, seid auf dem Arvika Festival gewesen und auf der Castle Party in Polen – wie war’s denn dort? Ich habe gehört, die Festivals sind immer ein voller Erfolg!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Absolut! Auf dem Arvika-Festival waren wir nun auch schon das zweite Mal. Wir waren vor sieben schon mal dort. Auch dieses Jahr haben wir wieder auf derselben Bühne gespielt. Wir waren die letzte Band des Festivals und das war richtig klasse! Das war auch das erste Mal, dass in Schweden während des Konzertes Deutschlandfahnen geschwungen wurden! Das ist unvorstellbar! Das war ein richtig fetter Erfolg! Die Castle-Party ist für jeden Fan zu empfehlen. Jeder Fan, der hier zeltet, kann da auch zelten. Wenn du als Band jedoch fließendes Wasser gewohnt bist, kommst du vom Regen in die Traufe. So ein Catering oder Duschmöglichkeiten wie hier gibt es dort nicht! Die haben gar kein fließendes Wasser, da gab es für alle Bands Dixi-Klos! Da kommst du hin und fragst dich: „Uh, was ist denn hier nicht in Ordnung?“ Aber das Konzert war richtig geil! Das Publikum ist richtig geil, die Burg ist klasse, aber das Drumherum ist halt ein bisschen ausbaufähig! Aber auf jeden Fall zu empfehlen, absolut

 

Medienkonverter:
Ihr wart auch in Geiselwind auf dem Metal Battle Open Air! Da waren die Black Metaller Dimmu Borgir Headliner und so illustre Gestalten wie Mambo Kurt sind aufgetreten. Ich habe mal nachgesehen, was da noch an ernstzunehmenden Gothic- oder Electro-Acts aufgetreten ist …

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nichts! (lacht)

 

Medienkonverter:
Was hat euch denn dann dazu bewegt, dort aufzutreten?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Der Deal! Gut, da haben wir als Band ja relativ wenig damit zu tun. Aber die haben angefragt, wollten uns haben. Als wir das aber dann gesehen haben, dachten wir uns: „Oh, was ist das denn?“ Aber das war ok!

 

Medienkonverter:
DAS war ok? Lauter Langhaarige und ein riesiger Moshpit vor der Bühne?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein! Also vom Publikum her war das Festival sowieso nicht ganz so gut besucht. Wir hatten da schon Befürchtungen. Aber es ist trotzdem richtig gut gelaufen.

 

Medienkonverter:
Waren denn auch eure „klassischen“ Fans auf diesem Festival zugegen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, unsere klassischen Fans waren da und es war auch der ein oder andere Heavy-Fan da, der dann auch mal nachgefragt hat oder der dann gesagt hat: „Hey, was ist denn das? Das ist ja gar nicht so schlecht! Das gefällt mir ja, das hab ich noch nie gehört!“. Das Festival war im Prinzip schon ein Pluspunkt!

 

Medienkonverter:
Das ist klasse, denn da habe ich mich wirklich gefragt: „Meine Güte, was machen Funker Vogt denn da?“

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Also die Location (Anm. d. Verf.: ein sog. Erlebnisrasthof, http://www.autohof-strohofer.de/) ist der Hammer! Du hast da ein riesiges Gelände mit einer großen Halle. Allein in die Halle passen bestimmt 5.000 Leute rein!

 

Medienkonverter:
Apropos Metal-Festival: Ihr habt im Zuge der Veröffentlichung eures letzten Albums „Navigator“ oft betont, dass ihr nun auch verstärkt Gitarren einsetzen wollt …

Funker Vogt (Jens Kästel)
Das hat mit Metal nichts zu tun. Auch bei den Krupps z.B. hat das mit Metal nichts zu tun …


Medienkonverter:
Aber ich meine, du hattest mal gesagt, du warst früher auch Rocker oder Metaller …

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, das war ich früher mal! Aber ich hab es jetzt wieder gesehen, das passt einfach nicht mehr.

 

Medienkonverter:
Das passt nicht mehr zusammen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein, das geht gar nicht mehr!

 

Medienkonverter:
Aber ihr habt damals erklärt, ihr wollt mit diesem Album neue Grenzen ausloten, neue Fans dazu gewinnen. Jetzt kommen eure Fans aber schon aus den unterschiedlichsten Sparten. Habt ihr denn das Gefühl, dass mit diesem Album und mit dieser Weiterentwicklung neue Fans dazu gekommen sind?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, man sieht das an den Verkaufszahlen, das ist das Entscheidende! Das kann ich auch in jedem Interview sagen: Es geht niemals sprunghaft nach oben, aber es geht immer weiter. Und du merkst es bei den Konzerten: Die Leute, die dich ansprechen, das Feedback, das kommt. Wenn da ein Langhaariger ankommt, der eigentlich nur seinen Kopf schüttelt und sagt: „Das ist geil“, habe ich schon einen dazu gewonnen! Irgendwo auf jeden Fall. Und selbst wenn man sich diese ganze Scheiße irgendwo nur rumerzählt. Lass da irgendeinen mal zum Konzert kommen, der seine Freunde mitbringt. Der zieht sich vielleicht das Album aus dem Netz, zahlt aber 30 Euro Eintritt beim Konzert. Also irgendwo rechnet sich das, die Leute kommen dazu. Und das ist eine ganz gute Sache. In die Richtung machen wir einfach weiter. Wir brauchen auch keine Gitarre, die Leute würden genauso zur Musik stehen. Das ist einfach so ein Ding, das auffüllt, was einen guten Live-Sound macht. Da könnte man jetzt auch noch einen Drummer dazu nehmen. Die Frage ist einfach: Muss es sein oder muss es nicht sein?

 

Medienkonverter:
Auf der „Survivor“ habt ihr mit dem Einsatz von Gitarren begommen, dann habt ihr euren Gitarristen ausgewechselt und Frank Schweigert in die Band geholt. Der muss ja hier jetzt auch eine Rolle bekommen und sich etablieren. Werdet ihr die Gitarren denn zukünftig verstärken oder tatsächlich Live-Drums einbauen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein, definitiv nicht. An Gitarre wird es nicht mehr werden! Da wird es produktionstechnisch aber einen Ansatz geben. Die Produktion machen ja ausschließlich Gerrit und ich – wir beide sind die Band und alles andere kommt dazu. Wenn einer Ideen hat, ist das immer herzlich willkommen, aber die Songs schreiben wir beide. Und was wir wollen, wird gemacht.

Medienkonverter:
Gerrit scheint ja sowieso der ausgefuchste Elektroniker zu sein, der auch keine Gitarren mag. Hatte er sich nicht am Anfang sogar gegen die Gitarren gewehrt?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, ein bisschen schon. Und jetzt wehrt er sich halt gegen diese Sache mit den Live-Drums. Also im Club brauche ich das auch nicht, aber auf einem solchen Festival wie heute hätte das eine Menge gebracht, glaube ich. Das wäre noch mal ein Schritt nach vorne gewesen, wenn wir einen Drummer hätten, der da hinten ein bisschen Gas gibt.

 

Medienkonverter:
Das kann ich mir auch gut vorstellen. Aber was wir heute ein wenig schade fanden, man hat dich, deine Stimme, am Anfang gar nicht gehört. Ihr seid echt schlecht abgemischt worden!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Du hast ja live keinen richtigen Soundcheck, das ist immer sehr problematisch. Also ich möchte jetzt keinen meiner Kollegen in die Pfanne hauen, aber bei uns ist alles live, der Gesang und was die Jungs spielen! Na gut, logischerweise nicht alles, aber ich hoffe, du verstehst was ich meine!

 

Medienkonverter:
Ja, natürlich! Wir kennen euren Sound jedoch von anderen Konzerten, da war das wirklich das volle Brett. Wir haben den heute als nicht ganz optimal empfunden.

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja klar, wenn ich vorher eine Stunde lang Soundcheck machen könnte, dann kann ich das einpegeln. Wenn ich aber 20 Minuten Umbaupause habe, dann hab ich da keinen gründlichen Soundcheck, sondern nur einen Line-Check, wo ein Techniker mal kurz ins Mikro rülpsen darf. Das funktioniert einfach nicht.

 

Medienkonverter:
Wenn du mal an eure ersten Songs, die erste Veröffentlichung, an euren ersten Auftritt denkst. Und an die zehn dazwischen liegenden Jahre, diese lange Zeit – man hat ja immer etwas von euch gehört, ihr wart immer präsent, das war ein kontinuierlicher Erfolg – wollt ihr euch nochmals 10 Jahre vornehmen, wollt ihr gerne „alt“ werden mit Funker Vogt?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Alt sind wir ja eh schon! (lacht)

 

Medienkonverter:
(lacht) Ihr habt mal richtig viel erreicht in dieser Zeit!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Eigentlich schon! Das ist immer Anspruchsdenken. Will ich jetzt ein Rockstar, Popstar oder Electrostar werden. Also wir haben das immer als Hobby gesehen, ganz klar. Der Erfolg ist da, den nehmen wir gerne mit. Bei uns geht es Gott sei Dank nicht um Geld. Gut, der ein oder andere hat es in dem Moment vielleicht nötig, der muss sich verkaufen und von der Musik leben. Das müssen wir Gott sei Dank nicht. Und deshalb können wir auch das machen, was wir wollen. Deswegen können wir uns hier hinstellen und uns grün und blau anmalen und blöd sein und besaufen, oder nicht auftreten – das ist egal. Da kann keiner was machen, weil wir keinem Rechenschaft schuldig sind. Ich glaube, wir klinken wir uns da schon ein bisschen aus dem Großteil der Szene aus. Erfolg ist immer gut und schön, aber was zählt, sind die Leute, egal ob es 15.000, 20.000 oder 300 sind. Das ist völlig egal. Hauptsache die Party stimmt!

 

Medienkonverter:
Habt ihr denn nebenher jetzt noch andere Jobs, ein reguläres Berufsleben? Von Kai uns Björn wissen wir ja, dass sie Repomanagement betreiben

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein, Gerrit und ich machen gar nichts. Aber ich kann alle beruhigen. Man wird nicht reich damit (nicht mit dem „nichts machen, sondern mit Funker Vogt; Anm. der Verf.)

 

Medienkonverter:
Das kann ich mir vorstellen. In dieser Szene auf keinen Fall! Wir haben uns mal über Verkaufszahlen von Bands unterhalten, die wirklich eine weltweite Größe sind. Das war wirklich überraschend, was da unterm Strich dabei herauszukommen scheint!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, es kommt aber darauf an, was man für Verträge hat!

 

Medienkonverter:
Ja gut.

 

 Funker Vogt (Jens Kästel)
Also reich werden kann man damit nicht, wenn man keinen Background hat. Das ist klar. Also ich habe keinen Bock, auf einem Sack Reis zu schlafen oder irgendwo in einer 1-Zimmer-Wohnung zu hausen. In diesem Moment muss es dann Wichtigeres als die Musik geben, wenn es darauf ankommt.

 

Medienkonverter:
Ihr seid ja früher bei Zoth Ommog und Bloodline unter Vertrag gewesen. Die beiden Labels hat leider ein unglückliches Schicksal ereilt. Ihr seid nun bei SPV. Fühlt ihr euch dort wohl? Habt ihr das Gefühl, die unterstützen Euch in angemessenem Maße und geben die entsprechende Power für euch? Steckt da auch noch Idealismus dahinter, den Bands beim Weiterkommen zu helfen?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Idealismus nicht. Aber die Power hat bei allen, die du aufgezählt hast, dahinter gesteckt. Zoth Ommog haben in ihren Anfangszeiten richtig Gas gegeben. Die haben uns am Anfang erstmal dahin geschoben, wo wir jetzt sind, das muss man ganz klar sagen. Warum das dann genauso wie bei Bloodline nicht mehr länger funktioniert hat, kann man nicht sagen. Es lag jedenfalls nicht an uns! (lacht) Und mit SPV hast du eine Truppe, die dann schon in Größenordnungen arbeitet, wo du darauf vertrauen kannst und wo du fähige Leute hast. Es gibt da immer mal einen Disput, das ist ganz klar. Aber wir sind da auch nicht die große Nummer. Wenn ich da einen Xavier Naidoo unter Vertrag habe oder sonst wen, dann frage ich mich schon: „Moment mal, wer ist Funker Vogt?“

Medienkonverter:
Mit diesem Künstler müsst ihr euch aber auch nicht messen.

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Aber in dem Rahmen, in dem wir uns bewegen, sind wir absolut zufrieden. Wir haben einen geilen Support und können nach wie vor machen was wir wollen.

 

Medienkonverter:
Das merkt man euch auch an, man spürt das!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja, ich finde, das Authentische macht sehr viel her!

 

Medienkonverter:
Für eure beiden „Best of-Alben“ habt ihr tief im Archiv gewühlt und richtige Schätze zutage befördert. Die beiden CDs sind jedoch auf RepoRecords veröffentlich worden. Warum? Sollte das euer ureigenes Ding werden oder hatte SPV kein Interesse?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Ja genau! Also daran kann keine richtige Firma Interesse haben!

 

Medienkonverter:
Aber das ist doch etwas, was die Leute dann haufenweise aus dem Regal ziehen!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein, das ist was für die Fans! Und da ist es egal, wo es rauskommt! Wir hätten es auch bei SPV herausbringen können. Es geht in dem Moment nicht um Promotion, sondern das sind rein rechtliche Dinge. Die Rechte liegen hier bei Repo, fertig. Das war das einfachste, deshalb haben wir das einfach dort herausgebracht.

 

Medienkonverter:
Es war meines Erachtens jetzt auch wirklich an der Zeit für so eine Art „Werkschau“! In zehn Jahren sammelt sich ja doch gut was an!

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Mich haben vorher ein paar Leute angesprochen, die jetzt relativ neu dazugekommen sind. Die wollten wissen, was das jetzt für eine Veröffentlichung gewesen ist. Bis die kapiert haben, dass es kein neues Album ist. Das war so: „Oh Gott, ich bin jetzt erst beim letzten oder vorletzten Album eingestiegen, und dann hab ich das gehört, was ist das denn für ein Album?“ Da musst du dir einfach mal das Booklet anschauen, was da für Jahreszahlen draufstehen! Das ist manchmal gar nicht so einfach!

 

Medienkonverter:
Reguläre Funker Vogt-Alben wird es dann aber künftig auf RepoRecords nicht geben, oder?

 

Funker Vogt (Jens Kästel)
Nein. SPV bleibt unsere Plattenfirma.

 

Medienkonverter:
Nachdem wir uns im 1. Teil des Interviews mit Jens Kästel übers Groß- und Bekanntwerden, über 10 Jahre Bandgeschichte unterhalten haben, wollten wir wissen, wie es mit der Band weitergehen wird und ob wir uns schon bald auf neues Material freuen dürfen. Das Gespräch lief weiterhin "lesbar" humorvoll, hier und da mit kleinen Spitzen versehen.
Wären wir als Journalisten von Bravo TV aufgetreten, hätte uns Jens Kästel sicherlich andere Worte zu Füßen gelegt. Doch als Reporterinnen für den Medienkonverter bekamen wir an diesem Nachmittag auf dem M`era Luna die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit aufgetischt. Den Rest dieses netten Spruches kennt ihr ja.

Medienkonverter:
Nochmals zu eurem 10jährigen Jubiläum. Ihr hattet in diesen vielen Jahren soweit ich weiß gerade mal einen Besetzungswechsel! Welche Band kann das schon von sich behaupten? Wie schafft man es, über diese lange Zeit eine solche Kontinuität zu halten?

 

Funker Vogt  Jens Kästel
Wir kennen uns alle schon, seit wir jung waren bzw. noch jung waren. (lacht) Gerrit und ich waren immer Kumpels. Wir haben früher mal zusammen Fußball gespielt. Wir waren aber niemals beste Freunde oder sonst was. Und eines ist da auch wieder wichtig: Wenn du es nicht musst, wenn du nicht den Zwang hast, zusammen zu arbeiten, Geld zu verdienen oder irgendwas zu machen, dann kommt es auch nicht zu Streit. Wenn ich ihm sage: „Ich find das scheiße!“, dann nimmt er mir das ab, und er denkt nicht an Profit. Genauso ist das bei ihm. Wenn er sagt: „Das hört sich kacke an!“, dann sage ich auch: „Gut, da können wir uns darüber unterhalten. Aber es gibt niemals Stress. Das ist ganz normal, dass man mal diskutiert, wenn man zusammenarbeitet: Irgendwo aber nicht dieses Interviewgequatsche: „Ja, wir arrangieren uns, und dann machen wir das und das…“. Also wir haben uns schon in der Wolle gehabt, wir haben uns schon geschlagen, aber da ging es niemals um Musik.

 

Medienkonverter:
(lacht) Aha! Da wollen wir nicht mehr wissen …

 

Funker Vogt Jens Kästel
Auch nicht um Frauen!

 

Medienkonverter:
Alles klar! Aber was ich noch fragen möchte: Euer ehemaliger Gitarrist Thomas ist seit 2004 nicht mehr dabei, jetzt ist Frank bei den Funkern. Was war der Grund für das Ausscheiden von Thomas?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Da gibt es zwei Gründe: Erstmal seine Verpflichtungen seiner Kneipe gegenüber, dass er da zu sein hat. Das ist nämlich eine Underground-Kneipe, wo der Wirt noch was zählt! Wenn der nicht da ist, kommen die Leute auch nicht. Hauptsächlich war es aber auch wegen seinen Möglichkeiten als Gitarrist. Er ist als Ska- oder Oi-Gitarrist groß geworden und er ist limitiert. In der Oi-/Ska-Szene verlangt keiner, dass man was dazulernt. Das hat aber einfach nicht mehr gereicht für das, was wir wollten. Da haben wir uns einen gesucht, der irgendwo in die Richtung passt und etwas mehr machen kann.

 

Medienkonverter:
Wie ist der Kontakt zu Frank zustande gekommen?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Irgendwer kannte ihn vom Hörensagen. Da haben wir dann mal angefragt. Frank spielt aber auch noch in einer Metal-Band, ich habe aber keine Ahnung in welcher.

 

Medienkonverter:
Ich finde, er passt gut in eure Gruppe und sorgt auch auf der Bühne für Action!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Findest du?

 

Medienkonverter:
Ja, er verkörpert Funker Vogt bzw. die Idee, die dahinter steckt, von seinem Auftreten her, finde ich, ziemlich gut. Seid ihr denn auch zufrieden mit dem, wie er sich einbringt?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, rein musikalisch auf jeden Fall!

 

Medienkonverter:
Okay, also das menschliche …

 

Funker Vogt Kästel
Das ist auch nicht ganz einfach mit uns. Deshalb streiten wir uns auch nicht.

 

Medienkonverter:
Du hast ja jetzt oft betont, ihr müsstet das alles hier gar nicht machen, keiner zwingt euch dazu. Was würdest du tun, wenn es aus irgendwelchen Gründen mit Funker Vogt nicht mehr weitergehen würde?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Also ich würde gar nichts machen. Ich würde keine Musik machen.

 

Medienkonverter:
Würdest du dir einen „normalen“ Job suchen?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Einfach nur gut aussehen! (lacht)

 

Medienkonverter:
(lacht und nickt anerkennend) :-)

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nein! (lacht) Ich würde keine Musik machen, fertig! Da bin ich wie die Jungfrau zum Kind dazu gekommen. Und das wird auch irgendwann so sein, dann hören wir halt auf. Ich denke mal, Gerrit wird irgendwo weiter Musik machen, das wird er immer machen. Björn arbeitet weiter in seiner Bank …

 

Medienkonverter:
In einer Bank?

 

Funker Jens Kästel
Ja! Einer muss ja die Kohle verdienen! Er ist da schon ganz schön weit gekommen.

 

Medienkonverter:
Insofern auch der perfekte Manager, oder?

 

Funker Vogt  Jens Kästel
Ja! Auf jeden Fall. Also diese Musik ist nicht alles. Gerrit macht das weiter, in irgendeine Richtung. Er wird seine eigenen Projekte machen. Und das ist okay. Aber: Warum sollten wir aufhören? (lacht) Vor allem: Wann weißt du denn, wenn’s am schönsten ist? Vielleicht kommt doch noch irgendwas!

 

Medienkonverter:
Das will ich doch hoffen bzw. offensichtlich kommt da ja noch was! Ihr arbeitet offenbar schon an Eurem neuen Studioalbum und an einer DVD.

 

Funker Vogt Jens Kästel
Irgendwann nächstes Jahr mal!

 

Medienkonverter:
Das wird was ganz Großes, hoffe ich! Seid ihr denn schon in der Planung?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Die Planung das läuft schon! Ich habe nur keinen Bock, ein Konzert aufzunehmen, mit 200 oder 300 Leuten. Es müssen auch keine 5.000 sein, aber ich möchte einen Club haben, bei dem 500 bis 700 Leute da sind, die nur wegen uns kommen. Ich will dieses absolute Live-Feeling, und das dann auch ohne irgendwelchen technischen Schnickschnack. Wenn da irgendwas verwendet werden kann, wird das halt verwendet. Ich habe keinen Bock, dass ich mich da in Studio setzen und etwas neu einsingen muss. Das wäre so ein bisschen verkehrt in dieser Szene. (lacht) Wenn ich daran denke, was so für Veröffentlichung herauskommen - entweder sind sie grottenschlecht oder im Studio gemacht. Da hab ich keinen Bock drauf.

 

Medienkonverter:
Ihr habt doch bestimmt irgendwelche alten Aufnahmen …

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, die gibt es auch!

 

Medienkonverter:
… Aufnahmen, die euch zeigt, wie ihr in Hameln sitzt und Spaß habt. So was interessiert doch die Leute!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, aber die darfst du natürlich nicht zeigen!

Medienkonverter:
Also Hocico haben das auch gemacht! War zwar ein bisschen kurz, aber das war cool. Da sieht man beispielsweise das Zuhause der beiden Jungs oder sieht sie vor vielen Jahren in ihrem kleinen Studio sitzen und am Sound rumbasteln.

 

Funker Vogt Jens Kästel
Das sind aber Mexikaner! Die haben nichts zu verlieren!

 

Medienkonverter:
(lacht) Ihr doch auch nicht – oder?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Hast du eine Ahnung!

 

Medienkonverter:
Ach nö?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ach doch!

(… genaueres war kaum zu erfahren, und das ging in der allgemeinen Lautstärke LEIDER unter!)


Medienkonverter:
Also da wollt ihr jetzt noch nichts genaueres rauslassen, oder könnt ihr noch nichts

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nein, wir filmen da immer so nebenbei, so Gimmicks. Aber die ganz krassen Sachen werden einfach nicht aufgenommen, denn das kann man nicht zeigen.

 

Medienkonverter:
(grinst) Okay, das versteh ich. Ihr stellt hohe Ansprüche an euch selbst, das ist offensichtlich – und diese Ansprüche werden auch die Fans an euch stellen. Eine überstürzte, sinnlose Veröffentlichung ist da sicher nicht angebracht.

 

Funker Vogt Jens Kästel
Das lohnt sich auch nicht.

 

Medienkonverter:
Ihr könnt euch theoretisch alle Zeit nehmen, die ihr braucht. Wird’s noch mal ne Single-Auskopplung geben?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, auf jeden Fall!

 

Medienkonverter:
Gibt’s da schon was Neues?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, klar!

 

Medienkonverter:
Ja dann sag’s mir doch!

 

Funker Vogt  Jens Kästel
(lacht) Wie der Song heißt, weiß ich noch nicht!

 

Medienkonverter:
Na dann … Okay! Mal was ganz anderes noch: Wenn man eure Texte liest, handeln sie ja oftmals von Krieg, Kampf und traurigen Helden. Euer Image, euer Auftreten ist unverkennbar auch davon geprägt. Aber irgendwie ist immer ein riesiger Spaß bei euch auf der Bühne! Wie passt das denn zusammen? Ihr müsst natürlich nicht mit einem traurigen Gesicht auf der Bühne stehen. Hat sich aber denn noch nie jemand gefragt, wie man eigentlich über Tod und Teufel und Krieg singen kann und dann …

 

Funker Vogt  Jens Kästel
Ja natürlich! Was soll ich denn da machen? Das ist doch jetzt aktuell! Soll ich jetzt ins Flugzeug steigen und heulen?

 

Medienkonverter:
Nein! (lacht)

 

Funker Vogt Jens Kästel
Dann lass uns doch lieber singen!

 

Medienkonverter:
(lacht und lacht und lacht)

 

Funker Vogt mit Jens Kästel
Ja, ist aber so!

 

Medienkonverter:
Werden die Themen dann nach wie vor die gleichen bleiben?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ach nein. Wenn du mal die Alben angehört hast, da sind vielleicht von zehn oder elf Songs, die auf dem Album drauf sind, drei, die sich mit dem Krieg beschäftigen. Das macht vielleicht einen prozentualen Anteil von 30 Prozent. Mehr ist das einfach nicht! Du könntest uns genauso fragen: „Warum schreibt Ihr irgendwelche Liebeslieder?“, weil da auch welche drauf sind! Da fragt keine Sau danach!

 

Medienkonverter:
Jetzt will ich’s aber wissen!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nö!

 

Medienkonverter:
Jetzt komm’!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Keine Ahnung, ich schreib die Texte nicht! (lacht)

 

Medienkonverter:
Stimmt, ja!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nein, die macht Kai.

 

Medienkonverter:
Ja klar. Mist! Denn bei „No tomorrow“ z.B. hatte ich mir den Text mehrmals durchgelesen und hätte jetzt gern mehr dazu gewusst.

 

Funker Vogt Jens Kästel
Da musst du Kai fragen.

 

Medienkonverter:
Aber der ist schon wieder weg!
Aber du singst das doch, du musst die Texte doch auch irgendwie darstellen und rüberbringen! Und irgendwie musst du dich doch damit identifizieren, oder singst du diesen Text einfach nur runter?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Also runtersingen schon mal gar nicht! (lacht) Das ist klar!

 

Medienkonverter:
Das war jetzt nicht negativ gemeint!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nein! Ich weiß! Aber das ist ein Geschäft! Ansonsten müsste ich mich hinsetzen und einen Text schreiben. Also nehme ich, was ich vorgesetzt kriege, womit ich mich irgendwo identifizieren kann. Ich kann mich aber nicht in einen Text, der von Kai geschrieben ist, hineinversetzen und sagen: „Genau so ist es!“ Das könnte ich dir jetzt aber erzählen – dann wären wir aber bei Bravo TV! Das könnte ich jetzt machen, so ist es aber nicht!

 

Medienkonverter:
Das wollen wir auch nicht!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Es muss irgendwo in der Richtung passen. Ich würde nicht irgendeinen Schrott singen, das ist klar!

 

Medienkonverter:
Das würde mich auch wundern. Weil dann wäre es ja für mich nur materialistisch, zu sagen, hier ist ein cooler Text, ich hab einen Typen, der kann Musik machen und ich hab eine coole Stimme, sehe gut aus und stelle mich da hin – ja wieso sollte ich das dann nicht machen?

 

Funker Vogt  Jens Kästel
Aber das hat damit nichts zu tun!

Medienkonverter:
Da steckt doch bestimmt ein bisschen mehr Herzblut dahinter, oder?

 

Funker Vogt  Jens Kästel
Das auf jeden Fall! Aber man sollte es wie die gesamte Band nicht zu eng sehen! Hinter dieser Band steckt im Prinzip nicht dieser Sinn, dass wir jetzt Musik machen, Songs schreiben, CDs veröffentlichen und Geld verdienen wollen. Wir sind da, wo wir jetzt gelandet sind, so wie WIR SIND, und nicht weil wir Publicity gemacht haben: „So und so sind wir!“ Wir sind da gelandet, weil wir einfach geil sind, fertig! Mehr ist da einfach nicht!

 

Medienkonverter:
Das war jetzt, wie gesagt, nicht böse gemeint! Manche mühen sich einfach für diesen Erfolg extrem habt und ihr habt viel Glück gehabt! Und wenn du sagst, ihr habt 10 Jahre lang nur gemacht, wozu ihr Lust habt und so viele Fans dazu gewonnen, dann finde ich das einfach nur toll! Wer hat denn schon das Glück zu sagen, ich habe ein Hobby und die Leute wollen das sehen!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja, das sind meine Worte! Genauso ist es. Wenn es anders wäre, würde ich jetzt todernst hier stehen und auf die schauen und sagen „Wir hatten 20 Minuten Interview vereinbart“ und fertig.

 

Medienkonverter:
Nein, 30 Minuten waren vereinbart! (lacht)

 

Funker Vogt Jens Kästel
Nein, das hab ich jetzt einfach so gesagt. Aber so ist es nicht! Völliger Gockolores! (auf dt.: Schwachsinn, auf bayrisch: Schmarrn; Anm. d. Verf.)

 

Medienkonverter:
Sag mal, werdet ihr nach dem M’era Luna erstmal eine Pause machen oder geht’s gleicht mit Volldampf weiter?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Irgendwann haben wir noch mal Urlaub, aber eigentlich arbeiten wir gerade nur am neuen Album.

 

Medienkonverter:
Eine noch etwas absurde Frage: Wie lange braucht Björn eigentlich vor den Live-Auftritten, um sich zu schminken?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Lange! Also braucht noch länger beim Abschminken oder besser gesagt beim Duschen! Bei ihm muss danach immer die Dusche renoviert werden, jede! Das ist fürchterlich! Deswegen darf er immer als Letzter duschen!

 

Medienkonverter:
Warum legt er immer genau diese Schminke auf? Hat das eine besondere Bedeutung oder hat er sich diese Optik einfach irgendwann mal ausgedacht? Das ist ja schon immer gleich. Wobei ich dachte, das war auch mal blau. Heute war es grün! Funker Vogt Jens Kästel
Er hat Blau, Rot und Grün – wie er will!

 

Medienkonverter:
An Rot kann ich mich gar nicht erinnern, komisch … Aber er wird auch niemals ohne diese Schminke auftreten!

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ja hoffentlich nicht! Das hat ja auch ganz langsam angefangen: Am Anfang haben sie sich nur so ein bisschen angemalt, und irgendwann kam das dann so. Und irgendwann ist es ein Image, eine Marke und fertig! Es würde hier echt was fehlen, wenn dieser Typ da nicht auf der Bühne stehen würde! Absolut!

 

Medienkonverter:
Zum Schluss noch eine persönliche Frage, die nur nicht beantworten musst. Du warst da voller Elan auf der Bühne unterwegs, bist runter gesprungen zu den Leuten, die wirklich ausgeflippt sind. Inzwischen ist ja bekannt, dass du seit einiger Zeit an MS (=Multiple Sklerose) erkrankt bist. Wie geht es dir? Nimmst du Medikamente oder wie hältst du das durch?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Ich nehme keinerlei Medikamente. Ich habe eine Zeit lang mal Medikamente genommen, habe aber keinen Nerv dafür. Ich bin da zu unzuverlässig. Ich kann mir nicht alle drei Tage irgendetwas spritzen. Das vergesse ich einfach. Es kommt, wie es kommt. Das passt schon!

 

Medienkonverter:
Ok! Magst du unseren Lesern nach diesen Riesen-Interview noch was Nettes sagen?

 

Funker Vogt Jens Kästel
Uah, was soll ich denn da jetzt sagen?

 

Medienkonverter:
Hmm. Tja … (Schweigen) … Aber das war jetzt doch wirklich nett! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast! Viel Spaß noch auf dem M’era Luna!

 

Funker VogtJens Kästel
Keine Ursache, vielen Dank!

 

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